Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ will die Bundesregierung den Energiekonzernen beim Atomausstieg weiter entgegenkommen als bislang bekannt. So sollten die AKW-Betreiber auch die Stromkontingente der sieben vom sofortigen Aus betroffenen Altmeiler auf jüngere Kraftwerke übertragen dürfen, berichtet das Blatt unter Berufung auf den Entwurf für die Novelle des Atomgesetzes.
Ursprünglich war eine solche Regelung nur für die Strommengen des stillgelegten Reaktors Mülheim-Kärlich sowie des Pannenmeilers Krümmel vorgesehen. Nach Berechnungen des Öko-Instituts dürften damit alle verbleibenden neun Kernkraftwerke binnen eines Jahres, nämlich erst zwischen 2021 und 2022 vom Netz gehen, heißt es in dem Zeitungsbericht.
Die Grünen kritisierten dies scharf. Der Atomausstieg entpuppe sich als „Laufzeitgarantie für Atomkraftwerke“, sagte Fraktionschef Jürgen Trittin dem Blatt. „Der Kampf um den endgültigen Ausstieg aus der Atomkraft wird damit nur vertagt.“ Auch Grünen-Chefin Claudia Roth forderte einen Abschaltplan für jedes einzelne Atomkraftwerk. „Von einem gesellschaftlichen Konsens sind wir bislang leider noch weit entfernt“, sagte sie den Zeitungen der WAZ-Gruppe. Wie Beck lehnt sie auch den Weiterbetrieb eines Altreaktors bis 2013 für den Notfall ab.
Quelle:Focus
Mittwoch, 1. Juni 2011
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