Donnerstag, 16. Juni 2011

Alpha Ventus kostenintensive Instandsetzung!

Ende April 2010 wurde von Bundesumweltminister Norbert Röttgen der
erste deutsche Offshore-Windkraftpark „Alpha Ventus“ feierlich eröffnet.
Vier Wochen nachdem der Minister auf den roten Knopf gedrückt hatte,
mussten sechs der insgesamt zwölf Anlagen vom Netz genommen werden: Die verbauten Gleitlager waren im Betrieb heiß gelaufen. Es stellte
sich heraus, dass bei den für den Windpark gelieferten Getrieben andere Materialien eingebaut wurden als die, die in aufwendigen Tests erprobt worden waren. Weil die Reparatur auf hoher See 45 Kilometer vor
der Insel Borkum nicht zu bewerkstelligen war, mussten die Gondeln
demontiert und an Land gebracht werden.  Bereits im Vorfeld hatten sich
die Baukosten um 60 Millionen Euro auf 250 Millionen Euro verteuert.
Durch die horrend kostenintensive Instandsetzung fielen weitere
Millionen an.
Das Beispiel zeigt den Schwachpunkt der klassischen Bauweise von
Windkrafträdern: Ein Getrieb überträgt die Kraft vom Rotor auf einen
Synchrongenerator. Dass die Verwendung eines Getriebes Probleme mit
sich bringt, ist bekannt: Das komplizierte Räderwerk macht bis zu 25
Prozent vom Preis einer Windkraftanlage aus, produziert Verluste und
Wärme, nutzt sich ab, braucht Wartung, Ölwechsel und – wie oben an
einem drastischen Beispiel gezeigt – Reparaturen.

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