Bei einer atomaren Kernschmelze übersteigt die Temperatur des Brennstoffs dessen Schmelzpunkt so weit, dass der Kern beschädigt wird und radioaktiver Brennstoff nach außen dringt, wobei die Gefahr besteht, dass hohe Strahlungsmengen in die Umgebung freigesetzt werden können. Eine nukleare Durchschmelze ist ein noch weit schlimmeres Szenario, denn dabei schmilzt der Kernbrennstoff buchstäblich durch den Boden des beschädigten Reaktordruckbehälters in die umgebenden Sicherheitsbehälter – und möglicherweise sogar durch diese äußeren Behälter direkt in Boden, Luft und Wasser.
Der Bericht, der darauf hindeutet, dass es bereits zu einer Durchschmelze gekommen ist, soll der Internationale Atomenergiebehörde IAEA übermittelt werden. Laut DY stellt er das »erste offizielle Eingeständnis« der katastrophalen Lage dar. Darüber hinaus wird darin zum ersten Mal der zuvor geäußerte Verdacht bestätigt, dass ein solches Szenario von Anfang an bestanden hatte, denn in späteren Berichten war bestätigt worden, dass bei der gewaltigen Katastrophe Löcher in einigen der inneren Reaktorsicherheitsbehälter entstanden waren und dass radioaktives Wasser, möglicherweise auch Brennstoff, in die unteren Behälter eingesickert war.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist nicht bekannt, ob der Brennstoff, der sich in den äußeren Sicherheitsbehältern angesammelt hat, nach außen gedrungen ist, was eine mögliche Verseuchung des Grundwassers und einer ausgedehnten Schädigung der Umwelt bedeuten würde.
In einem früheren Interview vor der Veröffentlichung des neuen Berichts hatte Ichiro Ozawa erklärt, Gebiete in der Umgebung von Fukushima würden schon jetzt völlig »unbewohnbar«. Er deutete auch an, dass nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge weite Gebiete des übrigen Landes, darunter auch Tokio, dasselbe Schicksal erleiden könnten, wenn keine geeigneten Maßnahmen ergriffen würden, die Situation effektiv in den Griff zu bekommen.
Quelle:http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110609005186.htm
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